Malte Josh Wagenbach : Wegbereiter

Der Weg zum lebenslangen Lernen

Die Schule/ Uni beginnt bald wieder, und es wird ein toller Start für viele Kinder und Studenten, gefüllt mit Ritualen aus einer längst vergangenen Zeit.
Bereitet euch auf einen Wandel vor und verabschiedet euch…

Das soll nicht heißen, das Schulen und Universitäten über Nacht verschwinden werden. Das werden Sie natürlich nicht. Aber sie werden sich verändern müssen. Ein Blick in andere Länder lässt schnell erkennen, das andere Industrien von der Digitalisierung betroffen sind und Märkte sich verändern. Die Bildungsindustrie wird hiervon nicht verschont werden. Veränderungen finden immer bei Menschen statt, als gutes Beispiel geht hier die Code University in Berlin voran. Gründer Thomas Bachem war frustriert und gründete eine Universität, welche Probleme in den Vordergrund stellt und wie man diese löst. Eine Universität, die der Zukunft gerecht wird. Wir haben ähnliche Vorstellungen, denn es geht darum den Gründergeist und Unternehmertum zu fördern. Das ist für mich NextGamechanger.  Ein sehr gelunger Podcast mit ihm wurde auch auf Durchfechter veröffentlicht.

Natürlich können die Bosse an Schulen und Universitäten mit Recht behaupten das Schulen und Universitäten eine Schlüsselrolle für zukünftige Talente und Innovationen sind. Sie sorgen nicht nur für das Wachstum der deutschen Wirtschaft, sondern auch für das wohl ergehen unserer Gesellschaft. Auch gehören Universitäten zu den Jobmotoren der Industrie und jedes Jahr strömen Massen in die Hörsäle. So schlecht kann es doch dann garnicht sein, oder?

Doch all diese scheinbar positiven Indikatoren zeigen auch starke Schwächen in dominanten kollegialen Geschäftsmodellen. Die Kosten einer Universitätsausbildung haben sich in Deutschland nicht stark verändert, aber im gleichen Zeitraum hat sich die Qualität der erbrachten Dienstleistungen – seien wir ehrlich – nicht verbessert. Gute Bildung kostet Geld, dagegen möchte ich auch nichts sagen. Aber es sollte zugänglicher und offener gestaltet werden. Besonders der akademische Bereich schreit nach Disruption. Die Veröffentlichung von Arbeiten, dauert viel zu lange und man könnte sich ein neues System zwischen Forschern, Gutachtern und Veröffentlichern überlegen.

All dies schafft Möglichkeiten für eine neue Reihe von Bildungsmöglichkeiten – die „EdTechs“, deren disruptive Innovationen für Aufschwung sorgen sollen. Das erste Buch das ich zu dem Thema gelesen habe war „Hacking Education“, nun gibt es auch zahlreiche weitere Bücher die Online-Studiengänge oder andere Möglichkeiten beschreiben.

Wenn sich verschiedene Trends miteinander verflechten, stehen fundamentalere Veränderungen bevor.

Trend 1: Studenten erscheinen nicht mehr in den Hörsälen. Dies geschieht bereits in den meisten Vorlesungen oder Kursen. Selbst wenn es zu viele Studenten für einen Kurs gibt, sind Hörsäle auf dem Campus oft leer. Der Grund ist einfach: Die Studenten – insbesondere jene in den großen Vorlesungen, haben herausgefunden, dass sie nicht zum Lernen auftauchen müssen. Solange sie die Noten und letztendlich die Qualifikation erhalten, sind sie zufrieden.

Trend 2: Studenten möchten eine gute Bildung, aber sind weniger bereit dafür zu bezahlen. In Europa haben wir ein sehr gefördertes System und wir sollten es im besten Fall auch nutzen. Es gibt viele tolle Studiengänge, aber ebenso auch zahlreiche die uns nicht auf die Zukunft vorbereiten.

Bedeutet dies, dass die nächste Generation von Schülern Ungebildenheit akzeptieren werden? Nein natürlich nicht. Was es bedeutet ist, dass sie nach Alternativen suchen – eine qualitativ hochwertige Ausbildung zu einem Preis, den sie sich leisten können. Und in zunehmendem Maße werden sie es finden.

Neueinsteiger auf dem Markt für höhere Bildung werden Daten und Bewertungen haben, um ihre Qualitätsansprüche zu untermauern. Und für ständige Innovation sorgen.

Da Talent das wichtigste Wettbewerbsmerkmal des 21. Jahrhunderts ist, werden Studenten, die Bildungsentscheidungen suchen, globale Unternehmen auf ihrer Seite haben. Unternehmen sind bereits daran gewöhnt, Talente weltweit zu finden – in vielen Fällen von anderen Universitäten, von denen hier noch niemand gehört hat, die aber höchst kompetente Absolventen hervorbringen. Und sie entwickeln ihre eigenen Programme für die Weiterbildung ihrer Unternehmen. Während die globale korporative Welt ihre Systeme verfeinert, um Kompetenzen direkt zu bewerten, anstatt sich auf das oft unvollkommene Signal zu verlassen, das durch die geprägten Buchstaben auf einem Universitätsgrad übermittelt wird, wird der wahre Wendepunkt für die Collegeausbildung ankommen.

Die kommende Transformation in der Hochschulbildung wird schrittweise und unvollständig sein. Viele der heutigen Eliteeinrichtungen/ Privatschulen werden nicht nur überleben, sie werden gedeihen. Andere Institutionen, die den Wert für einzelne Studenten – und nicht nur für die Gesellschaft als Ganzes – erbringen, klar definieren, messen und kommunizieren, werden gedeihen.

Diejenigen, deren Strategie darin besteht, vergangene Ruhmestaten als Vision für die Zukunft zu verpacken, werden scheitern. Zukünftiger Erfolg wird von Agilität, klarer Vision und der Bereitschaft abhängen, mit der Welt so umzugehen, wie sie ist – und nicht so, wie sie sein müsste. Sie ist nicht planbar, aber wir können diese Zukunft mit gestalten und verändern. Was wir dazu brauchen ist eine klare kollegiale Vision. Wir müssen unsere Rolle in der Welt finden.

 

 



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