Malte Josh Wagenbach : Wegbereiter

Der Wegbereiter

Es entsteht eine neue Art zu führen, welche in einem scharfem Kontrast zu traditionellen Definitionen oder Methoden steht. Wegbereiter Führung wie ich sie einfach mal benennen vermag, beginnt mit einer echten Motivation, anderen zu dienen und ein solides Fundament für gemeinsame Ziele zu schaffen. Indem es alle Beteiligten wie Mitarbeiter, Partner, Kunden befähigt, zur Entscheidungsfindung beizutragen, schafft es ein hohes Maß an Interdependenz, erhöhte Arbeitszufriedenheit und individuelles Engagement für die Erreichung einer gemeinsamen Vision.

Da sich das Tempo des Wandels beschleunigt, erleben viele Unternehmen die Grenzen traditioneller, hierarchischer Führung. Das Modell eines Helden, der im Alleingang „den Tag rettet“, ist nicht mehr tragfähig. Die heutigen komplexen Probleme erfordern den Einsatz von Mitarbeitern in allen Bereichen des Unternehmens.
Dafür benötigt es ein anderes Bewusstsein, welches ich das „Wegbereiter Mindset“ nenne.

Während in vergangenen Systemen und Unternehmen der Einzelne (Chef etc.) motiviert wird, durch einen persönlichen Leistungsdrang. Ist der Wegbereiter motiviert ein Anliegen zu lösen und anderen zu dienen. Der Wegbereiter konzentriert sich nicht mehr auf schnelles handeln; beschwert sich nicht über lange Meetings und darüber, dass andere zu langsam sind. Sondern konzentriert sich darauf, Verständnis, Input und Buy-In von allen Beteiligten zu gewinnen; versteht, dass schneller oft langsamer ist und findet die Balance zwischen langsamen und schnellem Denken.

Wie kannst du anfangen, das Wegbereiter Mindset zu praktizieren, besonders wenn solche Fähigkeiten in ihrem Unternehmen nicht immer belohnt wurden? Hier sind einige erste Schritte, die du unternehmen kannst:

Höre zu, ohne zu beurteilen. Wenn ein Teammitglied mit einem Anliegen zu Dir kommt, höre zuerst zu, um es zu verstehen. Wiederhole das, was du dachtest, gehört zu haben und dein Verständnis für die Gefühle der anderen Person. Dann frag, wie du helfen kannst. Braucht derjenige nur einen Zuhörer, oder möchte er/sie, dass du bei Brainstorming für Lösungen hilfst?

Sei authentisch. Einen Begriff, den wir immer wieder hören, wenn es um neue Führungsstile geht. Gebe Fehler offen zu. Führe am Ende der Meetings einen Prozess-Check (was hat funktioniert?, was muss verbessert werden?) durch. Sei anderen gegenüber verantwortlich für ihre Rolle in Projekten, die nicht so gut gelaufen sind.

Investiere in Menschen. Nehme dir jede Woche Zeit, anderen bei der persönlichen Entwicklung zu helfen, um in höhere Führungsebenen zu wachsen. Gebe ihnen die Möglichkeit an Meetings teilzunehmen zu denen sie normalerweise nicht eingeladen werden. Finde Projekte, die sie mitgestalten können, und coache Partner bei der Zusammenarbeit.

Wie der Evolutionsbiologe Humberto Maturana betont, leben wir in einer Welt der Sprache und der ausgeklügelten Koordination von Handlungen, die die Sprache ermöglicht. Seit unseren frühesten Vorfahren, die sich in einem Kreis um die Wärme eines Feuers versammelt haben, ist das Miteinander unser wichtigstes Mittel, um gemeinsame Interessen zu entdecken, Wissen zu teilen, sich die Zukunft vorzustellen und zusammenzuarbeiten, um zu überleben und zu gedeihen. Wenn Menschen von einem Gespräch zum anderen wechseln, ermöglicht es uns, gemeinsam zu lernen, Möglichkeiten zu erforschen und gemeinsam zu erschaffen. Das ist es was ein Wegbereiter macht.

Was kannst du im nächsten Meeting beachten?


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