Malte Josh Wagenbach : Wegbereiter

Wie sagt man „Nein“ in schwierigen Situationen

 

 

Das Problem das wir mit Produktivität haben ist nicht immer unsere Organisation oder Zeitmanagement. Manchmal ist es weil wir einfach zu viel Projekte machen möchten. So starten wir vieles und können nur wenige Dinge beenden. Uns fehlt es an Fokus.

Häufig nehmen wir nicht bewusst wahr, das wir gerade zuvielen Projekten zugesagt haben, es passiert einfach. Es passiert weil wir nicht Nein sagen können.

Hier sind einige Szenarien die du vielleicht auch kennst.

Ein Freund bittet dich um ein Gefallen, aber du kannst nicht Nein sagen, weil du denkst du wärst dann ein schlechter Freund.
Dein Chef gibt dir eine Aufgabe und du hasst es diese zu machen. Aber du kannst nicht „Nein“ sagen, weil du Angst hast gefeuert zu werden.

Dein Partner bittet dich um etwas und du möchtest es eigentlich nur ungern machen. Du kannst nicht „Nein“ sagen, weil du deinen Partner nicht verletzen möchtest.

Wir werden uns heute darauf fokussieren „Nein“ zu sagen um die besten Ergebnisse zu erreichen.

Wann solltest du Nein sagen?

Ich glaube es gibt drei Szenarien in den wir uns überlegen sollten nein zu sagen.

Wir wollen etwas machen, aber haben keine Zeit
Wir wollen etwas nicht machen, und es gibt keine bessere alternative
Wir wollen etwas nicht machen und fürchten uns vor den Auswirkungen

1) Kenne Deine Verfügbarkeiten

Im ersten Szenario in dem du eigentlich nein sagen solltest, ist wenn du bereits zuvielen Aufgaben oder Treffen zugesagt hast. Häufig fürchten wir uns davor etwas zu verpassen, wenn wir an einer Tätigkeit oder Projekt nicht teilnehmen. In der Unternehmer Szene oder Marketing nennen wir dies „FOMO (Fear of missing out)“.

Das stimmt natürlich, denk nur darüber nach was du alles verpassen könntest. Denke aber eher darüber nach was passiert wenn das Projekt nicht funktioniert oder noch schlimmer, da du nun weniger Zeit für dein anderes Projekt hast, besteht die Gefahr beide Projekte werden scheitern.

Ein großariges Konzept das ich aus meiner Studienzeit noch kenne, sind die Opportunity Costs. Denkt nur darüber nach was Ihr gewinnen könnt. Wenn es eine große Chance gibt, das ein weiteres Projekt dich erfolgreich macht, tu es. Aber wenn du zuviel Zeit und Ressourcen investieren musst und dadurch andere Möglichkeiten verspielst, lass es lieber sein.

Wenn du bereits zu 100% ausgelastet bist, überlege dir welche Kosten du hast bevor du „Ja“ zu etwas neuem sagst. Ein guter Weg das zu machen ist es einen organisierten Kalender, to-do Listen und eine Übersicht über dein Budget zu haben. Dadurch kannst du mit einem Blick sehen ob du dir etwas neues zuschreiben kannst, oder du besser „nein“ sagen solltest.

2) Es gibt keine bessere Alternative

Das sind solche Gelegenheiten in denen es keine bessere Alternative gibt, denn alle anderen Möglichkeiten erscheinen dir schlimmer. Nehmen wir an dein Chef sagt dir „Mach das, oder du bist gefeuert“ klingt schrecklich, aber was wäre deine Alternative, denn du hast sicherlich kein zweites Einkommen. Auch wenn das schrecklich klingt, manchmal sind wir alle in solchen Situationen in denen wir keinen direkten Ausweg kennen.

Das sind extreme Fälle, in denen wir „JA“ sagen und es einfach herunterschlucken. Allerdings solltest du es nicht immer akzeptieren, sondern nur in bestimmten Situationen. Wenn es häufiger passiert überlege dir wie du einen Ausweg findest.

Denn es wird nicht einfacher werden. Dein Chef wird dir immer mehr Aufgaben erteilen und du wirst von Tag zu Tag gestresster. Du ernährst dich schlechter, schläfst schlechter und nicht nur du sondern auch dein Umfeld leidet.

3) Angst vor den Resultaten

Dies ist eher ein emotionales Problem. Intuitiv wissen wir häufig das wir nicht Ja sagen sollten, aber sagen trotzdem zu.

Das sind Fälle in denen du genau weißt du wirst unglücklich sein. Du machst es nur um niemanden zu verletzen. Du möchtest ihnen ein Gefallen tun oder die Gefühle einer Person nicht verletzen.

Warum ist es so hart „nein“ zu sagen?

Ein großer Teil des Problems ist es emotionalen Schmerz zu vermeiden. Auch wenn wir genau wissen das sich ein „Ja“ besser anfühlen wird und langfristig gesehen uns gut tun würde. So schlucken wir den Schmerz für den Moment einfach runter und machen es, nur um jemanden nicht zu verletzen.

Als Ergebniss müssen wir uns damit auseinandersetzen und mit der Situation zu recht kommen. Weil wir uns häufig erst währendessen oder danach schlecht fühlen, sagen wir häufig „Ja“, denn es fühlt sich noch gut an.

Nichts davon entscheiden wir bewusst, so arbeitet unser Unterbewusstsein im Hintergrund. Es wird alles versuchen den Schmerz in dem Moment zu meiden und auf eine spätere Phase des Lebens zu schieben.

Also wie gehen wir damit um?

Mache deine Entscheidungen im Voraus

Sei proaktiv. Warte nicht bis zu dem Moment an dem du eine Entscheidung treffen musst. Viele unserer Entscheidungen begegnen uns wieder und wieder. Also entscheide dich vorher und bleibe dir treu.

Wenn dich dein Chef um etwas bittet, dann ist es sicherlich nicht zum ersten Mal passiert. Wenn dein Partner dir etwas sagt, ist es bestimmt nicht zum ersten Mal. Du kannst dich also schon vorher auf deine Entscheidungen vorbereiten.

Wie wäre es wenn du deinem Chef eine alternative Arbeit anbietest, eine Arbeit die du viel lieber machen würdest? Oder du tauschst Projekte mit Kollegen, die mehr Freude an deiner Aufgabe hätten. Wie wäre es wenn ihr jemanden einstellt der euch im Haushalt unterstützt und ihr euch nicht mehr wegen dem Müll streitet?

Das sind wirklich sehr einfache Beispiele, aber was ich damit sagen möchte es gibt immer eine bessere und intelligentere Alternative, wenn man sich vorher über mögliche Szenarien Gedanken macht.

Entwickle gesunde Grenzen

Du kennst solche Leute, die jeden Vorteil ausnutzen. Wir kennen alle solche Menschen und häufig sind wir es selbst. Das passiert wenn wir keine klare und gesunde Grenzen ziehen.

Grenzen zu haben bedeutet klar über sich selbst zu sein, was du für andere Menschen tun willst und was nicht. Es bedeutet auch, dass du im Voraus klar definieren musst, was deine Grenzen sind, wo Sie anfangen und wo sie enden.

Ein guter Grundsatz meiner Meinung nach ist es sicherzustellen, dass es eine Win-Win-Situation ist. Wenn du jemandem hilfst, solltest du auch ein Gewinner sein. Das bedeutet nicht immer, dass du etwas im Gegenzug willst, sondern, dass was du gibst einen Wert hat und du es gerne machst.

Etwas für einen Freund zu tun, den du hasst, ist schlecht. Arbeiten an Aufgaben, die du hasst, ist schlecht.

Stelle sicher, dass du Grenzen festlegst, und alle Aufgaben die dich zu einem Verlierer machen würdest, automatisch ablehnst. Dadurch wird anderen auch schnell klar das du nicht für alles zu haben bist.

Am Anfang wird es dir schwer fallen „Nein“ zu sagen, das muss es aber nicht. Stelle sicher das du dein Nein gut begründen kannst und du deine persönlichen Motive hast. Es ist immer wichtig eine Alternative anzubieten, dadurch fühlen sich beide wohler.

Andere werden beginnen dich für deine Entscheidungen zu respektieren und du wirst dich langfristig besser fühlen.


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